Dias selbst digitalisieren? Antworten auf 4 typische Fragen

Sie planen Ihre Dias vor dem Verfall zu retten? Ein professioneller Dienstleister erscheint auf den ersten Blick  zu teuer? Sie wollen Geld sparen, in dem Sie Ihre alten Dias selbst digitalisieren?

Bedenken Sie vorab: Wenn Sie üblicherweise nicht viel scannen, digitalisieren und Bilder bearbeiten, treten viele Fragen zu Bildqualität, Dateiformat, Speicherung und Scan-Methode auf. Zudem benötigen Sie Zeit für:

3 Zeitfresser bei der Dia-Digitalisierung

  • die Reinigung verschmutzter Dias,
  • das Einscannen der Bilder: von 1-2 Sekunden bis hin zu 5 Minuten pro Bild – abhängig von der Leistungsfähigkeit Ihres Scanners, der Bedienerfreundlichkeit und Ihren Qualitätsansprüchen und
  • die Nachbearbeitung der digitalisierten Bilder: Entfernung von Farbstichen, Kratzern und Co.

Wenn Sie sich jetzt doch an einen Profi wenden wollen: Das Team von medienrettung verfügt über 10 Jahre Erfahrung im Bereich Digitalisierung.

Sie bleiben dabei und wollen selbst Hand anlegen? Kein Problem: Werfen wir einen Blick auf vier gängige Fragen.

Dias selbst digitalisieren 4 Fragen - Blogbeitragsbild

 

1. Welche Scan-Auflösung soll ich bei der Digitalisierung von Dias wählen?

Es gibt nicht die ultimative Scan-Auflösung. Überlegen Sie im Vorfeld wofür Sie die digitale Bilddatei nutzen:

  • Geht es Ihnen um Print-Ausdrucke in einer bestimmten Größe? Handelt es um Kühlschrank-Sticker, Postkarten oder Wandplakate?
  • Wollen Sie sich die Bilder formatfüllend auf dem Laptop, TV-Bildschirm oder über einen Beamer anschauen?
  • Wollen Sie die eingescannten Bilder lediglich anderen Menschen im Netz präsentieren?

Die Antworten auf die Fragen sind entscheidend für die technischen Einstellungen bei der Dia-Digitalisierung.

medienrettung Kleinbild-Dias

Wir bieten beispielsweise 3 verschiedene Auflösungen fürs Scannen Ihrer Kleinbild-Dias an. 2.500 dpi reichen beispielsweise für Fotoausdrucke bis A4 locker aus. Auch eine Nachbearbeitung ist möglich.

Je höher die gewählte Scan-Auflösung, desto höher die Tiefenschärfe. Sie können somit Details wie Schriftzüge, Gesichter und ähnliches beim reinzoomen ins Bild deutlicher erkennen.

Tipp 1: Auf der Webseite Din-Formate finden Sie einen Online-Kalkulator fürs Berechnen der Länge in Zentimeter und der notwendigen Anzahl der Pixel für verschiedene Auflösungen. Je mehr Pixel Ihr Ausgangsbild enthält, je mehr Farb- und Helligkeitsinformationen werden im Gesamtbild gespeichert und desto höher ist die Bildqualität.

Tipp 2: Greifen Sie zur höchstmöglichen optischen Auflösung Ihres Scanners, um sich alle Optionen offen zu halten. Wir warnen Sie vor: Je höher die Auflösung, desto länger dauert der Scan-Prozess, desto größer ist die Datei und desto mehr Speicherplatz ist notwendig.

2. Reicht die mitgelieferte Software zum Scanner aus? Oder erziele ich bessere Ergebnisse mit einem alternativen Programm?

Bei der Frage gilt: Probieren geht über Studieren. Allein bei dem Punkt „Nutzerfreundlichkeit“ gibt es starke Unterschiede. Die Software bei Filmscannern erweist sich wesentlich komplexer als die Software für einen Flachbettscanner.

Tipp: Bei mittelmäßigen Scannern verbessern Sie die Bildqualität erheblich aufgrund der verwendeten Scan-Software und den vorgenommenen Einstellungen.

Beispielsweise zählt SilverFast von LaserSoft Imaging zu den alternativen Scan-Programmen und liefert oft bessere Ergebnisse als die beigelegte Software. Neben SilverFast gibt es noch zahlreiche andere Anbieter.

Machen Sie einfach ein paar Probe-Scans. Vergleichen Sie die Qualität und das Handling – So finden Sie den für sich besten Weg.

3. Wie verbessere ich die Scan-Qualität, wenn die Original-Dias Farbstiche oder andere Beschädigungen aufweisen?

Scannen Sie Ihre Dias in einer hohen Qualität ein und nehmen Sie sich Zeit für die Nachbearbeitung mittels Programmen wie Photoshop, Gimp und Co.

Je besser die Originale von Hause aus belichtet sind, desto bessere Ergebnisse beim Digitalisieren der Dias.- Blogbeitragsbild

Scanner für den Privatgebrauch haben oft Schwierigkeiten, dunkle Bildpartien sauber durchzuzeichnen. Für Sie bedeutet das: Je besser die Originale von Hause aus belichtet sind, desto bessere Ergebnisse beim Digitalisieren.

Bevor Sie Ihre Dias digitalisieren, prüfen Sie sie auf Sauberkeit und Staubfreiheit. Meist weisen die Dias nach jahrelanger Lagerung kleine Verschmutzungen auf. Diese verschlechtern die Bildqualität beim Scan-Prozess.

Tipps für die Reinigung von Dias

Entfernen Sie kleine Verschmutzungen wie Staub, Fusseln oder Haare mit einem Blaspinsel oder greifen Sie zu einem luftbasierten Druckluftspray (ohne Zusatz von weiteren Stoffen).

Dias mit hartnäckigen Staubpartikel und fettigen Fingerabdrücke wischen Sie am besten mit einem antistatischen Microfasertuch ab. Alternativ hilft ein Wasserbad in destilliertem Wasser, das mit einer Netzmittellösung angereichert.

Mögliche Probleme bei der automatischen Staub- und Kratzerentfernung

Filmscanner bieten meist eine automatische Entfernung von Staub und Kratzern. Diese basiert auf dem Abtasten der Filmoberfläche durch Infrarotlicht. Bei Schwarzweiß-Negativen funktioniert das oftmals nicht, da die Negative Silber enthalten. Silber führt bei Infrarot häufig zu unbrauchbaren Scans. Eine Alternative stellen chromogene Schwarzweißfilme dar. Aber auch in dem Fall haben manche Scanner Schwierigkeiten mit den Kodachromen-Diafilmen.

4. JPG oder TIF – welches Dateiformat soll ich wählen?

Es gibt die verschiedensten Formate für Bilddateien. Meist geht es um die Entscheidung zwischen TIFF (Tagged Image File Format) oder JPEG (Joint Photographic Expert Group).

TIFF ist ein verlustfreies Grafikformat und beherrscht Farbtiefen bis 32 Bit. Es wird von nahezu allen Grafikprogrammen unterstützt. TIF-Dateien sind unkomprimiert und enthalten alle Bilddaten, die der Scanner liefert. Dafür sind sie sehr groß.

JPEG dagegen ist kein Grafikformat, sondern ein Standard für einen Kompressions-Algorithmus. Dadurch sind JPEG-Dateien kleiner und platzsparender. Farbtiefen bis 24 Bit und die Darstellung von 16,7 Millionen Farben sind möglich. Allerdings sind JPG-Dateien auch immer verlustbehaftet, da es sich um ein komprimiertes Dateiformat handelt. Die Qualitätsverluste fallen erst bei großformatigen Ausdrucken ins Auge.

Tipp: TIF ist geeignet, wenn Sie Bilder (mehrmals) bearbeiten wollen. Für das reine Ausdrucken reichen JPG-Dateien aus, so lange Sie keine großformatige Ausstellung veranstalten.

Fazit: Dia-Digitalisierung braucht Zeit

Zwei Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen: Sie haben die Digitalisierung komplett selbst in der Hand – mit allen Freuden und Herausforderungen -. Und Sie müssen ihre Originale nicht aus der Hand geben.

Arbeiten Sie sich in die Einstellungen Ihrer Scan-Software und Möglichkeiten der Bildbearbeitung ein, um gute Ergebnisse zu erzielen. Planen Sie ausreichend Zeit ein. Bei großen Sammlungen verbringen Sie locker Ihren Jahresurlaub mit dem Einscannen der Dias. Und nein, die Zeit für die Nachbearbeitung der Bilder am Rechner haben wir da noch nicht mit gezählt.

Wenn Sie über die Beauftragung von medienrettung nachdenken: Wir gehen sorgsam mit Ihren Dia-Juwelen um und holen das bestmögliche aus Ihren Bildern heraus – weil es uns wichtig ist.

Sie haben Fragen zu unserem Service? Rufen Sie uns unter 030 – 547008888 an oder verwenden Sie das Kontaktformular.

Ach ja: Interessante Einblicke in unsere Arbeitsweise und Besonderheiten bei der Digitalisierung von Dias gibt es in diesem Blogartikel. [LINK folgt in Kürze]