Dias erfolgreich selbst digitalisieren: 3 Methoden

Dauerhaften Diagenuss in voller Farbenpracht sichert nur eine Digitalisierung der Dias. Welche Wege gibt es fürs Digitalisieren Ihrer Sammlung? – Vertrauen Sie ihre Erinnerungen einem professionellen Dienstleister an oder experimentieren Sie lieber selbst zu Hause?

In dem Blogbeitrag stellen wir Ihnen 3 Methoden für die Digitalisierung Ihrer Negative und Dias vor. So viel sei verraten: Entweder setzen Sie auf einen Scanner oder fotografieren Ihre Dias ab.

Starten wir mit den Scannern: Die Preisspanne von geeigneten Scannern für den Heimgebrauch reicht von 60,- € bis hin zu 20.000,- €. Ob Flachbettscanner oder Filmscanner – die Entscheidung liegt bei Ihnen. Mit beiden Geräten können Sie Dias digitalisieren – aber welche Methode passt besser zu ihren Ansprüchen? (Tipps mit Überlegungen zum Scanner-Kauf gibt es hier.)

Flachbettscanner – die preiswerte Alternative

Flachbettscanner sind definitiv die billigste Art, um Dias oder Negative zu digitalisieren. Entweder ist bereits eine Durchlichteinheit integriert oder Sie rüsten – sofern möglich – einen Durchlichtaufsatz nach.

Allerdings eignen sich Flachbettscanner nur sehr bedingt für die Digitalisierung Ihrer Fotosammlung. Die Glasplatte zur Auflage der Objekte mindert die Qualität der Scans durch:

  1. unerwünschte Reflexionen durch die Glasplatte,
  2. Staub- und Schmutzablagerungen auf der Glasplatte,
  3. Scan-Qualität leidet durch Wärme-Verformungen und
  4. Newtonsche Ringe (ovale, regenbogenfarbige Ringe)  drohen, wenn das Negativ die Glasplatte berührt.

Flachbettscanner arbeiten mit einer Lichtquelle, die von unten leuchtet. Die Lichtquelle ist fest fixiert und nicht verstellbar. Unter Umständen führt das bei sehr hellen Bildern oder Dias mit extremen Schatten zu Problemen, weil die Möglichkeit für eine Korrektur der Belichtung am Gerät fehlt. Gegebenenfalls hilft die Nachbearbeitung mit einem Grafikprogramm.

Bei Flachbettscannern mit integrierter Durchlichteinheit müssen Sie Abstriche beim Dichteumfang und der Auflösung machen. Letztlich sind sie für das Einscannen von reflektierenden Vorlagen mit kleinem Dichteumfang wie Dokumente konzipiert und weniger für Fotos, Dias und Negative. Gerade wenn Sie neben Positive (Dias) auch Negative scannen, muss der Scanner einen höheren Dichteumfang haben. Flachbettscanner scheitern in der Regel beim Digitalisieren von Negativen.

Tipp: Wenn Sie einen Flachbettscanner einsetzen, achten Sie darauf, dass sich die Glasplatte im Scanner nicht erhitzt. Durch Hitze verliert das Dia seine Ursprungsform und wird unscharf gescannt.

Digitalisieren Sie Ihre Dias mit einem Flachbettscanner, wenn Sie:

  • nur wenige Dias digitalisieren,
  • mit Abstrichen bei der Qualität leben können,
  • Zeit für die manuelle Nachbearbeitung haben und
  • mit dem Scanner überwiegend Dokumente scannen wollen.

Filmscanner – die Spezialisten für die Digitalisierung von Filmmaterial

Filmscanner sind – wie der Name schon sagt – auf das Digitalisieren von Filmmaterial spezialisiert. Ein Filmscanner durchleuchtet das Bild ähnlich wie es auch ein Dia-Projektor tut. Störeffekte wie die genannten Newton-Ringe oder Unschärfe durch gewölbte Vorlagen treten bei Filmscannern nicht auf bzw. nur bei glasgerahmten Dias. Entrahmen Sie die Dias vor dem Scannen und Sie haben das Problem nicht.

Filmscanner arbeiten mit einer optischen Linse. Daher ist die Bildauflösung höher als bei Flachbettscannern. Sie bieten auch einen höheren Dichteumfang. Wenn Sie detailreiche Filmmaterialien scannen, sollte der Dichteumfang ungefähr die Größe 3 betragen. Ansonsten führt es zu wenig Zeichnung in den Schattenbereichen und hellen Lichtern.

Viele Filmscanner besitzen eine Automatik, die den Scanprozess erleichtert. Das heißt, Sie setzen entweder den Filmstreifen ein oder legen die Dias in Schienen. Anschließend wird Bild für Bild automatisch digitalisiert. Dadurch reduzieren sich nervige Fummeleien beim Einlegen.

Die Lichteinheit besitzt manuelle Einstellmöglichkeiten. Dank dessen können Sie Lichtintensität selbst bestimmen aber auch Filter einsetzen.

Echte Filmscanner befreien Dias von Bildirritationen wie Staub, Kratzer, Flusen in dem sie diese aus dem Bild ausrechnen. Allerdings ist der Vorgang rechenintensiv und kostet entsprechend Zeit.

Wo Licht ist, fällt auch Schatten. Zwei Nachteile haben Filmscanner gegenüber Flachbettscannern:

  • Sie sind in der Regel komplexer in der Handhabung. Die verwendete Geräte-Software benötigt mehr Einarbeitungszeit.
  • Preiswerte Filmscanner arbeiten nur mit den gängigen Kleinbild-Formaten. Wenn Sie auch Mittel- und Großformate digitalisieren wollen, wird die Geräteanschaffung entsprechend teuer.

Digitalisieren Sie Ihre Dias mit einem Filmscanner, wenn Sie:

  • Wert auf die Qualität der digitalisierten Ergebnisse legen,
  • viele Dias digitalisieren,
  • ein Händchen für Technik haben,
  • gerne mit Software experimentieren, um bestmögliche Einstellungen zu finden und
  • Zeit für die Nachbearbeitung haben.

Dia-Digitalisierung mittels abfotografieren

Mit einer guten Digitalkamera können Sie die Dias abfotografieren. Idealerweise verwenden Sie eine Spiegelreflexkamera (DSLR) mit einem guten Makro-Objektiv und digitalisieren die Dias im RAW-Format. Wichtig ist, dass die Kamera und Objektiv gut ausgerichtet sind. Je nach Methode hilft ein Stativ oder Sie bauen eine Vorrichtung, um die Kamera fest zu justieren.

Das Justieren der Vorrichtung, Herausfinden der optimalen Kameraeinstellung(en) und Belichtung für die vollständige Erfassung des Dichtumfangs und Vorbereitung der Dias erfordert viel Zeit. (Artikeltipp: Dia-Digitalisierung: 3 Tipps die sofort zu besseren Ergebnissen führen.) Zudem müssen Sie die Dias in die richtige Richtung drehen und je nachdem wie Sie Dias aufbewahrt haben, in Dia-Magazine einsortieren.

3 Möglichkeiten, wie Sie Dias abfotografieren

1. Von Leinwand abfotografieren:
Erwarten Sie bitte nicht die beste Qualität bei der Vorgehensweise. Sie brauchen hier ein sehr helles Projektobjektiv. Die Struktur der Leinwand fotografieren Sie mit ab. Das bedeutet eine aufwendige Retusche im Nachgang. In der Regel kommen Sie nicht umhin Schärfe- und Kontrasteinstellungen mittels Software nachzuregulieren.

2. Mit einem Dia-Vorsatz direkt abfotografieren:
Das Dia muss hierfür hinterleuchtet und peripheres Licht rund um das Dia vermieden werden. Karton oder dickes Papier helfen fürs Abdunkeln. Arbeiten Sie mit einem Stativ, um Verwacklungen zu vermeiden. Bessere Resultate erhalten Sie mit einem speziellen röhrenförmigen Dia-Vorsatz in Kombination mit einem Makroobjektiv. Den Dia-Vorsatz montieren Sie auf das Objektiv Ihrer Spiegelreflexkamera und fotografieren Ihre Dias ab.

3. Abfotografieren mittels umgebauten Dia-Projektor:
Hier brauchen Sie ein wenig technisches Geschick für den Umbau. Nach dem Umbau arbeitet Ihr Projektor nur noch als Transportmaschine und Lichtquelle. Allerdings ist die Lichtstärke eines Projektors sehr hoch, denn schließlich sollen Bilder in guter Qualität auf Leinwand abgebildet werden. Schauen Sie, ob Sie die Glühbirne dimmen können.

Egal welchen der drei Wege Sie gehen, es gibt einen großen Nachteil: Beim Abfotografieren müssen Sie alle Bildirritationen wie Staub, Kratzer, Fusseln oder Fingerabdrücke nachträglich rausretuschieren. 

Wenn Sie es dennoch versuchen wollen, nachfolgend ein paar Linktipps.

8 Linktipps zu detaillierten Vorgehensweisen beim Abfotografieren der Dias

1) Youtube-Anleitung: Scanning slides using a DSLR FAST! – von Victor Kaijser Bots

2) Der Selbstbau-Diascanner

3) Dias abfotografieren – oder: der schnellste Weg zum guten Digibild

4) Dias und Negative schnell digitalisieren

5) Im DSLR-Forum gibt es verschiedene Diskussionsstränge zum Thema „Dias mittels abfotografieren digitalisieren“

6) Dia-Scanner Eigenbau und Vortragsfolien zum Abfotografieren der Dias hier und hier

7) Schneller Negative und Dias scannen – ganz ohne Scanner

8) Dias und Negative digitalisieren

Fazit: Der Zeitaufwand ist ein unterschätzter Faktor

Selber Digitalisieren lohnt, wenn Sie es lernen wollen und Ihnen ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Das Einscannen ist nur die halbe Miete.

Ein beträchtlicher Teil der Zeit geht für Vorbereitungsaufgaben wie Reinigung, RAW-Konvertierung und technische Justierung der Gerätschaften drauf. Die Nachbearbeitung der digitalen Bilder kommt als weiterer Zeitfaktor hinzu.

Das bessere technische Equipment & Serviceleistungen wie Reinigung der Dias und der Zeitfaktor zählen zu Hauptgründen für die Beauftragung eines Dienstleisters.

Zeit ist das einzige Gut, was unerbittlich aufgebraucht wird. Konzentrieren Sie sich auf die für Sie wichtigen Dinge im Leben. Überlassen Sie die Digitalisierung Ihrer Dias  uns – Wir haben Spaß daran und bieten Qualität zu bezahlbaren Preisen.

Tipp: In dem Blogartikel „Warum medienrettung beauftragen? – Hinter den Kulissen beim Dia-Scanprozess“ (LINK folgt in Kürze) zeigen wie Ihnen, was Sie von uns als Spezialist für Digitalisierung erwarten können.