Die Technik der VHS-Kassette: Aufbau des Magnetbandes

Bis zum Ende der 1960er Jahre waren Videogeräte für den Spulenbetrieb konstruiert. Erst mit U-matic und Betmax hielt die Kassettierung Einzug. Die Videobänder waren jetzt in einem Plastikgehäuse untergebracht und konnten einfach in die heimischen Videorekorder eingelegt werden.

Auch die VHS-Kassette basiert auf dem kassettierten System und bot eine Auflösung von 320×240 Bildpunkten. Das Videoband selbst ist ein Magnetband aus drei Schichten. Genau hier liegen die Gefahren für die Haltbarkeit.

Der Aufbau von VHS-Magnetbändern

Vorweg sei gesagt: Egal ob wir über Video- oder Audiobänder reden, der Aufbau der Magnetbänder ist grundsätzlich ähnlich. Sie bestehen aus zwei bis drei Schichten.

1. Schicht: Der Trägerfilm

Die erste Schicht ist der sogenannte Trägerfilm. Dieser besteht grundsätzlich aus Plastik. Genauer gesagt aus Polyethylenterephthalat (PET) oder Polyethylennaphthalat (PEN). Unter optimalen Lagerungsbedingungen (kühl, trocken, kein Sonnenlicht und keine Erschütterungen) ist diese Schicht vermutlich über mehrere 100 Jahre haltbar. Klingt fantastisch, oder? Aber das ist ja nur die erste von drei Schichten. Bei der zweiten Schicht sieht es mit der Lagerfähigkeit dann weniger gut aus.

2. Schicht: Die Magnetschicht

Auf dem Trägerfilm befindet sich eine zweite magnetisierte Schicht. In dem Artikel rund um die Geschichte der VHS-Kassette sind wir ja auf die offene Lizenzpolitik von JVC eingegangen. Es gab diverse Anbieter von VHS-Kassetten und VHS-Rekordern. Hier liegt die Krux: Jeder Anbieter besaß sein eigenes Geheimrezept für die Zusammensetzung dieser Magnetschicht und hütete dies gut.

Prinzipiell basiert die Magnetbeschichtung bei allen Anbietern auf:

  • Magnetpartikel,
  • Bindemittel,
  • Gleitmittel,
  • Tonkopfreinigern und
  • anderen Chemikalien.

Die Videobänder bestehen zu 40% aus Magnetpartikeln. Die unterschiedlichen Rezepturen für die Magnetbeschichtung und die Bindemittel sind die Ursachen, dass VHS-Kassetten unterschiedlich lange halten.

Warum kommen die Bindemittel ins Spiel?

Sie sind der Magnetschicht zusätzlich zugefügt. Dank dem Bindemittel bleiben die Magnetpartikel auf der Trägerfolie haften. Nur leider können die Bindemittel bereits nach wenigen Jahren verfallen.

Was heißt das für Ihre VHS-Kassetten oder andere Magnetbänder? Zerstörte oder beschädigte Magnetbeschichtungen sind die Folge und damit einhergehend gestörte Videoaufzeichnungen.

Keine Sorge: Bindemittel können heutzutage von Fachleuten erneuert und Ihre filmischen Aufnahmen gerettet werden.

3. Die Rückseitenbeschichtung

Die Rückseitenbeschichtung bildet bei VHS-Kassetten die dritte Schicht. Diese Schicht sorgt für bessere Wickeleigenschaften auf den Spuren und soll den Trägerfilm schützen.

Fazit: Digitalisierung rettet zwar nicht Ihre Magnetbänder aber Ihre filmischen Erinnerungen

Experten gehen von 20-30 Jahren Haltbarkeit von VHS-Kassetten aus. Garantieren wird Ihnen das letztlich keiner. Sichern Sie rechtzeitig ihre filmischen Erinnerungen und digitalisieren Sie Ihre VHS-Kassetten.

Hinweis in eigener Sache: Sind die VHS-Kassetten bereits Sicherungskopien Ihrer alten Super8 oder Normal8 Filme, senden Sie uns die Originale zu. Das führt zu besseren Digitalisierungsergebnissen.

In den beiden Blogartikeln geben wir Ihnen Hinweise zu möglichen Gefahren für Videobänder und zur Archivierung von VHS-Kassetten. So können Sie selbst zu einer längeren Haltbarkeit Ihrer Videokassetten beitragen.