Die Videoformate Digital8 vs. MiniDV und typische Probleme beim Digitalisieren

Fragten Sie sich auch Anfang 2000 auf welche digitale Videotechnik Sie setzen sollten? Oft lag die Entscheidung zwischen MiniDV oder Digital8 (D8). Qualitativ gab es in der Audio- und Video-Qualität keine signifikanten Unterschiede. Und beide Camcorder-Systeme ließen sich über einen DV-Out-Ausgang auf Firewire-Basis (IEEE 1394) an den Computer anschließen und Filmaufnahmen übertragen.

Wer vorher schon mit Video8 oder Hi8 gefilmt hat, griff meist zu Sonys D8-System. Einfach deshalb, weil Sonys Digital8-Camcorder auch die Videodaten der beiden 8mm-Vorgänger abspielen konnte. Zudem waren Geräte und Kassetten preiswerter als MiniDV.

Neueinsteiger setzten eher auf das MiniDV-Format, welchem die bessere Zukunftsfähigkeit bescheinigt wurde. Die Videokassetten waren kleiner als D8. Ein weiteres Argument für die MiniDV: Mehr Auswahl unter den Camcorder-Herstellern, da mehrere mit MiniDV-Kassetten arbeiteten.

Digital8 – die Besonderheiten

Die Geburtsstunde von Sonys Digital8 – eine Weiterentwicklung des Hi8-Formates – war das Jahr 1999. In den D8-Camcordern ließen sich auch die alten 8mm-Bänder abspielen. Auch bei der Aufnahme von Videos konnte man entweder Hi8- oder D8-Kassetten verwenden.

Es gab sogar Digital8-Geräte, die – mit Tricks – auf den preiswerteren Video8-Kassetten aufzeichneten. Vielleicht haben Sie es auch versucht? Experten rieten davon ab. Das in Video8-Kassetten verwendete Bandmaterial speicherte nicht immer die hochfrequenten digitale Signale fehlerfrei. Dropouts waren die Folge. Sie erkennen Dropouts an hellen Punkten oder Streifen, die quer über den Bildschirm laufen.

Die Trommel in den Digital8-Camcordern drehte sich schneller, was zu einer höheren Bandgeschwindigkeit führte. Dadurch verkürzte sich die Aufnahmedauer von Hi8-Kassette um ca. ein Drittel, d.h. aus 60 Minuten wurden 40 Aufnahmezeit.

Letztlich war Digital8 ein Format für den Amateurbereich. 2007 wurde das Ende eingeläutet. In dem Jahr ging mit Sony DCR-TRV 285 der letzte Digital8-Camcorder vom Band.

MiniDV – die Besonderheiten

cas_minidv_1MiniDV basiert wie Digial8 auf dem DV-Standard, der 1994 eingeführt wurde. Der DV-Standard basiert auf einer gemeinsamen Initiative verschiedener Camcorder-Hersteller.

Die MiniDV war aufgrund ihrer geringen Größe das beliebteste DV-Format unter Verbrauchern. Die Hersteller konnten dank der geringen Abmaße die Größe ihrer Camcorder drastisch reduzieren. Die MiniDV besitzt ca. 13 Gigabyte Speicherkapazität bei 60 Minuten.

Im Gegensatz zu Digital8 war das MiniDV-System sowohl für Amateure als auch im semi-professionellen Bereich interessant. Die Beliebtheit der MiniDVs führte zur Verdrängung anderer Standards einschließlich Sonys Digital8-System.

MiniDV und Digital8 selbst digitalisieren

MiniDV und Digital8 speichern beide digitale Signale. Wenn Sie die Videodaten auf den Rechner übertragen wollen, nutzen Sie die vorhandene Firewire-Schnittstelle (DV-Out) am Camcorder. Sie müssen lediglich den Camcorder mit dem PC verbinden.

Die Datenpakete werden dabei verlustfrei und ohne zusätzliche Umwandlung übertragen. Es spielt keine Rolle, welche Software sie verwenden. Die Aufnahmen werden lediglich von der Kassette auf die Festplatte im Rechner kopiert. Bei einem Mac können Sie iMovie verwenden und bei Windows Rechnern sollte es mit dem Movie Maker funktionieren.

Allerdings benötigt die Übertragung viel Speicherplatz und Zeit. Um Speicherplatz zu sparen, setzen Sie sich ein wenig mit den Themen Komprimierung und Datenrate auseinander.

So lange Ihre Filmaufnahmen im Standard-Format vorliegen, spielt der verwendete Camcorder-Hersteller in der Regel keine Rolle. Wenn Sie im Longplay-Modus aufgenommen haben, sieht es anders aus.

Auch wenn die Sicherung von MiniDV und Digital8 simpel klingt, kommt es in der Praxis häufig zu Problemen. Dieser Diskussionsstrang im Slashcam-Forum ist nur eins von vielen Beispielen.

3 typische Probleme beim Digitalisieren von MiniDV und Digital8

1. Problem: Longplay-Modus – die häufigste Ursache

Viele Verbraucher nahmen im Longplay-Modus auf, um so die Laufzeit der Kassetten um 50% zu erhöhen. Bei digitalen Systemen führt der Longplay-Modus zu keinerlei Qualitätseinbußen bei Bild und Ton. Aber wo Licht ist, fällt auch Schatten.

Der Longplay-Modus brachte diverse Nachteile mit sich. Oft bemerkt man die erst, wenn man die alten Aufnahmen auf Festplatten sichern wollte. Der DV-Longplay-Modus besaß keine festgeschriebene Norm. Jeder Hersteller konnte seinen eigenen Longplay-Modus gestalten. Die Hersteller versuchten sich auf Toleranzen zu einigen, um wenigstens ansatzweise eine Kompatibilität untereinander sicherzustellen. Dennoch gibt es häufig Probleme beim Abspielen der Longplay-Bänder – insbesondere wenn man einen anderen Camcorder als den ursprünglichen verwendet.

Wenn Sie jetzt denken, dass der Kauf eines „neuen“ Gerätes vom selben Hersteller Abhilfe schafft, könnten Sie einem Irrtum unterliegen.

Weitere Nachteile von Bändern im Longplay-Modus sind: Durch die verringerte Bandgeschwindigkeit ist auch die Spurbreite geringer. Wenn es jetzt zu Bandfehlern kommt, kann das aufgrund der erhöhten Datendichte kaum ausgeglichen werden. Die oben beschriebenen Dropouts sind die Folge. Auch ist die Signalstärke geringer.

Behalten Sie bitte im Blick, dass im Longplay-Modus aufgenommene Videobänder eine geringere Haltbarkeitsdauer haben. Hier sollten Sie wirklich rechtzeitig eine Datensicherung vornehmen und die Bänder auf andere Speichermedien digitalisieren.

2. Problem: Dejustierung des Videokopfes

Wenn Sie sich einen „neuen“ Camcorder für das Übertragen gekauft haben, kommt es manchmal dennoch zu Flackern oder Tonstörungen beim Überspielen. Eine mögliche Ursache dafür ist, das auf dem neuen Gerät der Videokopf anders justiert ist. Hier hilft oft nur ein Abspielen über ein anderes Gerät.

3. Problem: Wackelnde Bandführungspfosten

Probleme können auch durch wackelnde Bandführungspfosten auftreten. Hier müssen Sie prüfen, ob die Bandführungspfosten, die das Band um die Trommel legen, spielfrei sind. Wenn beide oder einer davon wackelt, benötigen Sie neben Bastelgeschick auch einen Schlitz-Uhrmacherschraubenzieher, um die Pfosten zu verstellen und neu zu justieren. Klappt das erfolgreich, werden die Signale wieder störungsfrei übertragen.

Fazit

Mit ein wenig technischen Kenntnissen und funktionierenden Original-Geräten können Sie die Filmaufnahmen der digitalen Videokassetten selbst auf einen Rechner übertragen. Allerdings kostet das Digitalisieren auf Festplatte Zeit. Hinzu kommt noch der Aufwand für die Optimierung der alten Aufnahmen – zum Beispiel Nachbesserungen bei der Bildstabilisierung, Licht, Farben und Ton.

Sie wollen Problemen aus den Weg gehen und unkompliziert Ihre Filmaufnahmen digitalisieren? Wenden Sie sich an medienrettung:

  • Wir haben Erfahrung mit über 21 Videokassetten-Formaten,
  • verfügen über 100 Stationen für die Digitalisierung und
  • können pro Tag über 400 Videokassetten digitalisieren.

Bei der Digitalisierung durch uns kommt professionelle Studiotechnik zum Einsatz. D.h. wir arbeiten mit automatischen Filtern für mögliche Bild-und Tonoptimierungen, entfernen Bildrauschen und korrigieren Spurlagenfehler. Vertrauen Sie uns die Digitalisierung Ihrer MiniDV und/oder Digital8  an. Wir benötigen dafür 10-12 Arbeitstage.

Sie haben Fragen? Rufen Sie uns unter 030 – 547 00 88 88 an oder verwenden Sie das Kontaktformular

Ob Sie wollen oder nicht: An das Übertragen auf andere Speichermedien kommen Sie nicht vorbei. Schuld ist die begrenzte Lagerfähigkeit. Sie liegt bei Digitalbändern zwischen 10-30 Jahren – je nach Qualität der von Ihnen verwendeten Kassetten und den Lagerbedingungen. Das gilt allerdings nur für den Standard Play-Modus. Was optimale Lagerbedingungen anbelangt, können Sie sich an dem Blogartikel orientieren.

Wenn Sie ihre MiniDV- oder Digital8-Kassette nicht auf Festplatte, DVD oder Blu-ray übertragen, überspielen Sie Ihre Kassetten regelmäßig auf neue Kassetten. Hier empfiehlt sich sicherheitshalber ein Rhythmus von 3-5 Jahren.

Aber egal wie wir es drehen und wenden: Digitalisierung auf andere Speichermedien wie DVD, Blu-ray oder Festplatte schaffen Sicherheit und retten Ihre Filmaufnahmen.