Video8- und Hi8 selbst digitalisieren: typische Probleme und 2 Methoden

Viele lassen sich bei ihrer Entscheidung vom Preis leiten und halten das selbst digitalisieren für billiger. Aber wie immer im Leben gilt: Es kommt darauf an.

Selbst digitalisieren vs. Dienstleister beauftragen - Blogbeitragsbild

Wenn Sie beispielsweise:

  • Lust auf Videobearbeitung haben,
  • ausreichend Zeit mitbringen,
  • technisch passend ausgerüstet sind und
  • über einen funktionsfähigen Camcorder/ Recorder verfügen,

können Sie Ihre Videokassetten selbst digitalisieren.

Dagegen lohnt es sich einen Dienstleister wie uns einzuschalten, wenn Sie

  • in Ihrer freien Zeit andere Dinge bevorzugen,
  • auf professionelle Studiotechnik für bestmögliche Digitalisierungs-Ergebnisse Wert legen,
  • automatische Filmoptimierungen stressfrei erhalten sowie
  • typischen Problemen bei der Digitalisierung aus dem Weg gehen wollen.

Welche typischen Probleme gibt es beim Digitalisieren alter Video8- und Hi8-Aufnahmen?

Oftmals treten Probleme wie
– Asynchronität des Tons,
– leichte Bildverzerrungen innerhalb der untersten Zeilen oder
– schwarze Streifen am Bildrand auf.

Zusätzlich kommt es zu Verzerrungen des Materials, wenn sich im Inneren des Abspielgeräts oder der Kassette kleine Schmutzpartikel abgesetzt haben. Hier schaffen Reinigungskassetten zumindest zeitweise Abhilfe.

Schauen wir uns zwei Problemfelder genauer an.

1. Probleme bei der Wiedergabe der Filme durch Abnutzung der alten Videogeräte

Probleme mit der Spurlage bei Video8: Viele Video8-Geräte aus den Jahren von 1990-1996 haben eine anfällige Mechanik bei der Bandführung. Wenn Sie diese nicht regelmäßig warten, kommt es zu Fehlern bei der Spurlage. Es betrifft Kameras und Recorder gleichermaßen.

Bandlauf: Waagegerechte weiße Streifen am oberen oder unteren Bild deuten darauf hin, dass Sie den Bandlauf neu justieren müssen. Definitiv ist das bei Video8 ein komplexer Vorgang.

Elektronik: Wenn beispielsweise die Bandgeschwindigkeit nicht stimmt (Anzeige für Standardplay/ Longplay wechselt), das Bild flackert und die Farbe verschwindet, deutet das auf Probleme mit der Elektronik hin.

Bandlauf und Mechanik: Ist die Wiedergabe dagegen anfangs sehr gut, aber nach ein paar Minuten gibt es einen waagerechten Störstreifen im Bild, müssen Sie vermutlich den Bandlauf neu justieren und die Mechanik richten.

abgenutzte Videoköpfe: Ihre Bilder weisen kleine Lichtpunkte (sogenannte Fische) auf. Das deutet meist auf verschlissene Videoköpfe hin. Auch wenn es zu Verzerrungen in den Bildbereichen mit einem hohen Kontrastumfang kommt, deutet das auf abgenutzte Videoköpfe hin.

Einzugsmechanik: Der Videorekorder nimmt Ihre Video8-Kassette nicht mehr an. Es könnte ein Problem mit der Einzugsmechanik geben oder aber das Gerät fährt nicht mehr richtig hoch. Bei Stromzufuhr machen Video8-Geräte immer einen Selbststest, ob alle Einheiten funktionieren. Ist etwas dabei nicht in Ordnung, funktioniert der Kassetteneinzug ebenfalls nicht mehr.

2. Probleme bei den Videokassetten

Bei Hi8-Kassetten aus den Jahren 1990-1995 kommt es oftmals zu Problemen beim Abspielen. Das liegt daran, dass die Videoköpfe von Partikeln der oberen Magnetschicht beschmutzt wurden. Es betrifft insbesondere die HME-Kassetten von Sony. Wenn Ihre Filmaufnahmen davon betroffen sind, bemerken Sie vermutlich zunächst ein leichtes Bildflimmern und danach Schnee im Bild. Irgendwann sehen Sie gar kein Bild mehr und auch der Ton bleibt komplett weg und der Bildschirm wird blau oder grau.

Wenn Ihnen das passiert, sollten Sie die Videoköpfe im Gerät reinigen. Manche Geräte übernehmen das selbst. Hilft das nicht, greifen Sie bitte zu einer Reiniungskassette und reinigen damit die Kopftrommel.

Auch ein Qietschen (Bandjittern) tritt bei HME-Kassetten häufig auf. Hierbei vergrößert sich die Reibung zwischen dem Magnetband und der Kopftrommel, weil winzige Magnetbandpartikel an der Kopftrommel kleben bleiben.

Wenn Ihre Bänder mechanische Beschädigungen wie Knitterstellen haben, sollten Sie mit dem Abspielen vorsichtig sein. Ansonsten machen Sie sich damit über kurz oder lang ihre Videoköpfe kaputt.

1. Methode: Selbst digitalisieren mittels D8-Camcorder

Die ersten Video8-Kameras konnten Filme aufnehmen aber nicht abspielen. Für die Digitalisierung von Video8 benötigen Sie aber ein Abspielgerät. Sony änderte das erst im Jahr 1985 mit der CCD-V 8 AF-Kamera. Diese verfügte neben einem schwarz-weiß Videosucher auch über eine interne Abspielmöglichkeit.

Wichtig für Ihr Digitalisierungs-Projekt: Video8 und Hi8 sind mit mit analogen PAL- oder NTSC-Signalen bespielte Magnetbänder. Für die Digitalisierung der analogen Signale benötigen Sie einen Analog-Digitalwandler. Digital8-Camcorder, die auch Video8 und Hi8 wiedergeben, haben einen internen A/D-Wandler eingebaut.

Die Umwandlung des Analogsignals zum Digitalsignal ist mittels D8-Camcorder recht einfach: Sie schließen Ihren Camcorder über die Firewire-Schnittstelle an Ihren Rechner an und können die Übertragung starten. Das YUV-Farbmodell wird in ein digitales Videosignal encodiert und über FireWire ausgegeben.

Die Digitalisierung mittels D8-Camcorder ist definitiv ein bequemer Weg.

Tipp: Bessere Ergebnisse erreichen Sie oft, wenn Sie beispielsweise die Original-Hi8-Geräte zum Abspielen verwenden. Diese verbinden Sie mittels SVHS-Kabel mit dem analogen Eingang eines D8-Camcorders. Den Camcorder schließen Sie gleichzeitig über Firewire an den PC an. Aus technischer und zeitlicher Sicht ist der Aufwand höher, aber oft sind die Ergebnisse sowohl von der Bild- als auch von der Audio-Qualität besser.

2. Methode: Selbst digitalisieren mittels Hi8-Abspielgerät

In der Regel können Sie die beste Qualität aus den analogen Videokassetten herausholen, wenn Sie entweder die Aufnahmen mittels Original-Camcorder wiedergeben oder aber ein Hi8-Abspielgerät verwenden. Auch bei Video8-Aufnahmen erreichen Sie oft ein besseres Ergebnis wenn Sie einen Hi8-Player einsetzen.

Zusätzlich brauchen Sie einen externen A/D-Wandler, um die analogen Signale zu digitalisieren. Hier sollte man nicht zu den billigsten greifen, damit der Ton und das Video synchron aufgenommen wird. Den AD-Wandler verbinden Sie mit Ihrem Recorders oder einem Rechner.

Beim Aufzeichnungsformat sollten Sie eines wählen, welches nicht stark komprimiert z.B. DV-AVI. Das erfordert zwar mehr Speicherplatz, aber liefert eine bessere Videoqualität. Mit der passenden Schnittsoftware können Sie die Videoaufnahmen später schneiden, nachbearbeiten und in ein anderes Dateiformat umwandeln.

Tipp: Ein Tipp, der oft in Foren gegeben wird: Schließen Sie einen analogen Hi8-Camcorder direkt per S-Video+Audio an einen DVD-Recorder (z.B. von Panasonic) an und lassen Sie darüber die analogen Videosignale in digitale Aufnahmen wandeln. Erst dann übertragen Sie die Filmdatei direkt auf DVD oder per HDMI-Interface-Karte 1:1 unkomprimiert auf ihren Rechner.

Fazit

Mit genügend technischen Know-how und Zeit können Sie Ihre Video8 und Hi-Kassetten selbst digitalisieren. Vermutlich werden Sie die ersten Ergebnisse nicht zufrieden stellen. Oft werden beispielsweise Bildrauschen beklagt, mangelnde Tonqualität und Streifen zieren den Bildrand. Es gibt genügend Foren wie z.B. Sashcam, Videofreunde oder das hifi-forum, wo Sie Hilfe finden. Nur genügend Zeit sollten Sie mitbringen.

Wir verfügen über 10 Jahre Erfahrung im Bereich Digitalisierung und übernehmen gerne Ihre Aufträge.

Eine Besonderheit in unserer Arbeitsweise ist: Wir übertragen Ihre Video8- und Hi8-Filmaufnahmen nicht direkt auf DVD/ Blu-ray oder Festplatte sondern speichern die Dateien in unserem internen Netzwerk zwischen.

Dadurch vermeiden wir, etwaige Bildstörungen und Bandfehler zu übertragen. Ein erfahrener Mediengestalter kümmert sich um Korrekturen hinsichtlich Helligkeit, Farbe, Ton und Bildrauschen. Erst wenn die bestmögliche Filmqualität erreicht ist, speichern wir Ihre Filme im gewünschten Dateiformat auf das von Ihnen bevorzugte Speichermedium.

Wenn Sie Ihre alten Erinnerungen nur am TV-Gerät wiedergeben wollen, empfehlen wir die Digitalisierung auf DVD oder Blu-Ray. Wenn Sie die Nachbearbeitung am Rechner planen, bietet sich die Speicherung auf einer Festplatte an.